Schwimminitiative Lippstadt – Ausweitung der Lippstädter Schwimmflächen

Antrag für den JHA am 08.06.2022:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Moritz,
am 08.03.2021 hatten wir einen Antrag auf eine Schwimminitiative in Lippstadt gestellt. Ziel
dieser Initiative sollte es sein, die langen Wartezeiten (lt. den Schwimmvereinen
schätzungsweise 1,5 Jahre) auf einen Seepferdchenkurs abzubauen. Auf den Wartelisten
standen damals jeweils mehr als 100 Kinder.
In der Zwischenzeit wurden seitens der Stadtverwaltung einige Maßnahmen ergriffen, um
möglichst vielen Kindern das Schwimmenlernen zu ermöglichen. Vielen Dank dafür!
Trotz aller Bemühungen hat sich die Lage weiter verschärft. Mittlerweile haben einige
Schwimmvereine ihre Wartelisten sogar geschlossen, weil sie keine weiteren Kinder mehr
aufnehmen können. Die Wartezeiten auf einen Schwimmkurs haben sich trotz aller ergriffenen
Maßnahmen auf schätzungsweise 2 Jahre erhöht.
Noch nicht eingerechnet sind die Kinder, die dringend einen Bronzekurs benötigen, um z. B. ...
... das Schwimmen zu vertiefen und sichere Schwimmer zu werden.
... am EG oder am Ostendorfgymnasium angenommen zu werden.
... ohne erwachsene Begleitung das Cabrioli besuchen zu können.
Im JHA am 19.01.2022 erklärte die Stadtverwaltung auf Nachfrage, „dass das grundsätzliche
Problem die freien Wasserflächen sind“ (Siehe auch Protokoll vom 19.01.22).
Die Lage der freien Schwimmflächen wird dadurch verschärft, dass das Lehrschwimmbecken in
Dedinghausen defekt ist und laut Haushaltsplanung erst 2025/26 saniert werden soll. Und auch
in den Walibo-Thermen ist ein Becken defekt und die Therme müssen dringend saniert werden.
Wir möchten in diesem Zusammenhang auch auf den Arbeitskreis „Lippstadt schwimmt?
Angebot und Nachfrage.“ im Rahmen der Sportentwicklungsplanung 2017/2018 (Siehe auch
Anhang aus dem Bürgerinformationssystem) hinweisen. Teilnehmer des Arbeitskreises waren
Vertreter der Schwimmvereine (DLRG, LS Teutonia) Schulleiter, der Fachdienst Schule, die
 
 
 
Koordinierungsstelle Sport, Betreiber vom Cabrioli usw.. Der Arbeitskreis wurde von einem
Moderatorenteam der Uni Paderborn begleitet. Schon damals wurde im Ergebnisbericht der
Universität Paderborn die zentrale Problematik deutlich benannt: „Das bestehende Angebot an
Schwimmgelegenheiten in Lippstadt reicht nicht aus, um der Nachfrage umfassend gerecht zu
werden.“ Als Gründe wurden schon damals genannt (1 ganze A4-Seite; hier nur ein Auszug):
Vereine müssen lange Wartezeiten für Kurse in Kauf nehmen.
Neue Nutzergruppen z. B. Integrationskurse, Kindergärten, HSHL kommen auf der
Nachfrageseite hinzu
Wegen der geringen Schwimmfläche und der teilweise langen Anfahrtswege haben
Schulklassen nicht genügend Platz und Zeit für den Schwimmunterricht
Die Erfahrung von Lehrkräften zeigt, dass Kinder heutzutage wesentlich länger zum
Schwimmen lernen brauchen; nicht jedes Kind ist mit Abschluss der Grundschule
schwimmfähig Es werden zunehmend Möglichkeiten des außerschulischen
Schwimmen Lernens benötigt.
Weiterführende Schulen verlangen Schwimmabzeichen auf dem Zeugnis.
Infrastruktur zum Abnehmen der höheren Abzeichen ist in Lippstadt bisher nirgends
gegeben. Es fehlt an Wassertiefe zum Tauchen außerhalb der Freibadsaison (u.a. 3m-
Sprung nicht möglich).
Fazit und Empfehlung dieses Arbeitskreises war: „Der AK5 hat den Bedarf an zusätzlichen
Schwimmflächen sowie die Notwendigkeit des Erhalts der vorhandenen Bäder festgestellt und
empfiehlt, dass die Stadt Lippstadt sich mit der Zukunft des Schwimmens beschäftigt und
mögliche Infrastrukturmaßnahmen überprüft“. Der Arbeitskreis hatte in seinem Bericht auch
Lösungen präsentiert, in welcher Form man die Schwimmflächen in Lippstadt erweitern könnte.
Seit der Sportentwicklungsplanung 2017/2018 hat sich die Lage nicht nur bestätigt, sondern
(auch durch Corona) weiterhin verschärft.
Wir beantragen deshalb, dass die Stadtverwaltung Möglichkeiten aufzeigt, Schwimmflächen in
Lippstadt auszuweiten. Diese Möglichkeiten sollen eine umgehende Sanierung des
Lehrschwimmbeckens Dedinghausen, die Sanierung der Walibo-Therme und die Ergebnisse
des o. g. Arbeitskreises berücksichtigen.
Wir bitten um eine Berichterstattung im Jugendhilfeausschuss am 08.06.
Die Berichterstattung im Sportausschuss ist bei dem Thema selbstverständlich. Geplanter
Sitzungstag ist gemäß Antragsfrist (erst wieder) im Dezember diesen Jahres.

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